Wunsch

Lass mich sehen mit Deinen Augen das Meer,
auf einer Klippe über Sturm umtoster See den Wind
in Deinen Haaren fühlen und greifen mit Deinen Händen,
sehen, wie Horizont und Himmel verschmelzen.

Lass mich mit Deinen Augen blicken hinab in die Welt,
lass mich im Tal, näher dem Herzen der Erde wurzelnd,
mit Deiner Haut spüren die Schwere und Wärme
des mütterlichen Schoßes und weitere Heimat beziehen.

Lass mich das Vergehen, das Erlöschen der Zeit spüren
im Schlagen Deines Herzens, sein Dein schlagendes Herz,
mit Deinen Augen, in Deinen Augen erblicken die Sterne
zum ersten Mal und Welt Wirklichkeit werden sehen.

So möchte ich Dich fühlen, sein in Dir.

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Welt

Du! durch Erleben schaffst Du Welt,
die Deine, Dir anverwandelte –
ersehene, erhörte, erfühlte, eratmete -,
bewusst gewordene, von Dir erfüllte Welt.

In meinem Tempel kniend
weiß ich Dich ebenso versunken,
mit erhobenem Herzen,
geöffnetem Geist.

Nachts

Schlaf nur ruhig, meine Liebste,
sicher und wohl behütet.
Süße Träume sollen dich erquicken
und vergessen machen
des Tages Plagen und Mühen.
Schlaf nur ruhig,
sanft dich wiegend
in einer anderen Welt.
Niemand soll dich stören,
denn ich wache über dich,
staunend und glücklich.
Wie schön du bist,
im Schlaf.

Tags

Schlaf nur ruhig, mein Freund,
Visionär ohne Vision,
in Ketten zwar, doch
anders als Prometheus noch
nicht erwacht Deinem Tag, Deiner Tat.
Schlaf nur ruhig,
vergessend deine Welt.
Niemand wird dich wecken,
in Deiner Dunkelheit bist du allein.
Wie starr und kalt du bist,
in Deinem Schlaf.