Windesrauschen

Traum
Streichle, umfange mich mit Deiner Stimme,
Vorbote den Schwingen meiner Fantasie,
die mich zu neuen Ufern tragen,
in den Hafen Deiner Umarmungen.

Wunsch
Deine Wunden lass mich mit Küssen bedecken,
Heilung pflanzen in die Abgründe Deiner Seele,

Ahnung
bevor wir uns den Gifttrank mischen, Bitternis
trinken aus dem Kelch zerbrochener Liebe.

Szene
Geliebter, sag, hörst Du die Lerche nicht?
Mich dünkt es war der Wind nur,
leis‘ die Nacht liebkost, mein Herz.

Frage
wohin trägt er Träume,
wann trocknet er Tränen,
der Wind –

Herbstlaub

Februar 2012

Mondscheingassen

gezwängt in enge Häuserzeilen,
die nächtliche Stille von Schritten
durchhallt, regennass trüber Glanz

von der Bühne flackernder Schein
unbemerkt in verlassenem Parkett,
Lächeln an kaltem Glas kondensiert.

Schritte, wie Atemhauch flüchtig,
verhallen in unberührter Nacht,
ungehört in Mondscheingassen.

Foto: © streiflichter

Abschied

Musik entrang sich deiner schönen Seele,
die noch ganz im Dasein war,
ganz im Hiersein geborgen sich wähnte,
noch ganz zum Bleiben gestimmt.

Doch schon ziehen die Himmel mächtige
Fahnen auf und schwarzer Flor umwölkt
deine Stirn, du warst fast noch im Bleiben:

als leise bereits deine Musik verklang.

Foto: © streiflichter

Gefrorene Zeit, ein Gastbeitrag von Karfunkelfee

Immerwiederkehrende
gleiche Nächte
in Felsenschächten
stockt jahrmillionenaltes Eis
alles bleibt darin gefangen
tief schlundet
feuerfließend eingeschlossen
die Ewigkeit
in Stein, in Sternen,
im Erdherzen,
ein Flussversprechen
wärmerer Zeit.

Frostfrorn stehn
Gräser am Himmel
ihre spröden Stimmen
klagen filigran
in ihrem Zerbrechen
ihre Zartheit an
Eis ist gewissenlos
es tröstet
was es einfrieren kann.

© Karfunkelfee