Ein Morgen

Hier draußen fällt es mir leicht zeitig aufzustehen. In der Dämmerung gehe ich hinaus auf die Terrasse, barfuß, es ist kühl an diesem Oktobermorgen, Nebel steht über der Wiese und vor der nächsten Kuppe, die Häuser an der Straße sind noch ebenso schemenhaft zu erkennen, wie die Bahn, die dann und wann auf dem einspurigen Gleis vorüber fährt.

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Abendstimmung

Aus den Himmeln fällt Stille über die Weiten,
verstummender Wind lässt aus verblassten
Farben Nebel steigen,
offener spannt sich der Geist,
dessen Gedanken schweigen,
weiter, als des Tages Augen ihn trugen,
über den die Feen sanfte Schwingen breiten.

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Gerade heute Abend auf einer Bahnfahrt in den Abend und einen tollen Sonnenuntergang kamen mir ganz unverhofft diese Zeilen in den Sinn. Danke dafür und schöne Grüße!

Abschied

Musik entrang sich deiner schönen Seele,
die noch ganz im Dasein war,
ganz im Hiersein geborgen sich wähnte,
noch ganz zum Bleiben gestimmt.

Doch schon ziehen die Himmel mächtige
Fahnen auf und schwarzer Flor umwölkt
deine Stirn, du warst fast noch im Bleiben:

als leise bereits deine Musik verklang.

Foto: © streiflichter

Gefrorene Zeit, ein Gastbeitrag von Karfunkelfee

Immerwiederkehrende
gleiche Nächte
in Felsenschächten
stockt jahrmillionenaltes Eis
alles bleibt darin gefangen
tief schlundet
feuerfließend eingeschlossen
die Ewigkeit
in Stein, in Sternen,
im Erdherzen,
ein Flussversprechen
wärmerer Zeit.

Frostfrorn stehn
Gräser am Himmel
ihre spröden Stimmen
klagen filigran
in ihrem Zerbrechen
ihre Zartheit an
Eis ist gewissenlos
es tröstet
was es einfrieren kann.

© Karfunkelfee