Ein Morgen

Hier draußen fällt es mir leicht zeitig aufzustehen. In der Dämmerung gehe ich hinaus auf die Terrasse, barfuß, es ist kühl an diesem Oktobermorgen, Nebel steht über der Wiese und vor der nächsten Kuppe, die Häuser an der Straße sind noch ebenso schemenhaft zu erkennen, wie die Bahn, die dann und wann auf dem einspurigen Gleis vorüber fährt.

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Ein Abend

Seit dem frühen Morgen, jedenfalls seit es hell wurde – so hell es geworden ist – trieb der Wind Wolken über das Meer, grimmige Heerscharen, die unaufhörlich gegen den Tag anstürmten.
Das Land gleicht dem Meer, in Wellen rollen die Felder und Weiden von Horizont zu Horizont, auf Hügeln stehen vereinzelte Bauernhöfe, wie Fischerboote auf dem Meer zerstreut, umgeben von windschief gebeugten Bäumen, wie gefrorener Gischt, als sei das Land der Zeit beraubter Raum.

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Wunsch

Lass mich sehen mit Deinen Augen das Meer,
auf einer Klippe über Sturm umtoster See den Wind
in Deinen Haaren fühlen und greifen mit Deinen Händen,
sehen, wie Horizont und Himmel verschmelzen.

Lass mich mit Deinen Augen blicken hinab in die Welt,
lass mich im Tal, näher dem Herzen der Erde wurzelnd,
mit Deiner Haut spüren die Schwere und Wärme
des mütterlichen Schoßes und weitere Heimat beziehen.

Lass mich das Vergehen, das Erlöschen der Zeit spüren
im Schlagen Deines Herzens, sein Dein schlagendes Herz,
mit Deinen Augen, in Deinen Augen erblicken die Sterne
zum ersten Mal und Welt Wirklichkeit werden sehen.

So möchte ich Dich fühlen, sein in Dir.

Ich möchte fühlen ich bin

Ich möchte stehen am Meer,
auf einer Klippe über Sturm umtoster See
und schauen, wie Himmel mit Horizont sich vermählt.

Ich möchte streifen durch einen Wald,
zwischen Bäumen wie Säulen eines Doms,
und spüren, wie Zeit Ewigkeit gebiert.

Ich möchte erklimmen einen Berg,
mir Hände und Füße stoßen am harten Fels,
näher dem Himmel, erkennen die Welt.

Ich möchte gehen hinab ins Tal, barfuß,
näher fühlen Schwere und Wärme mütterlichen Schoßes,
ausgestreckt liegen, wurzeln in der Erde, blicken himmelwärts.

Doch sein will ich am Meer:
umgeben von Horizont fühlen –
ich bin.