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Häuserhüllen rahmen Licht gegen
Leere, begrenzen Dunkelheit.
Schatten sinken tiefer in Nebel,
Inseln aus Licht gebettet in Schnee,
über eventuelle Sterne Nacht gespannt.

Fremd vertraute, verhärmt den
Winter durchziehende Häuserzeilen
abgeschnitten, hinter das Sichtbare
gedrängt, säumen zahllose in die
Vergangenheit entlassene Augenblicke.

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Mondscheingassen

gezwängt in enge Häuserzeilen,
die nächtliche Stille von Schritten
durchhallt, regennass trüber Glanz

von der Bühne flackernder Schein
unbemerkt in verlassenem Parkett,
Lächeln an kaltem Glas kondensiert.

Schritte, wie Atemhauch flüchtig,
verhallen in unberührter Nacht,
ungehört in Mondscheingassen.

Foto: © streiflichter

Liebe ist, ein Gastbeitrag von Karfunkelfee

Liebe ist auch
an den anderen zu denken
wenn man nicht an gemeinsamen Feuern sitzen kann
die Oberflächenprägungen unterschiedlicher nicht sein könnten
das Licht der Länder wechselt
die Wege ungekreuzt in nicht gemeinsame Weiten führen
und die Herbststürme wehn
um keine gemeinsame Zeit

© Karfunkelfee

Als Kommentar zu meinem Post Liebe ist hat Karfunkelfee ein eigenes Gedicht geschrieben. Es gefällt mir so gut, dass ich sie gebeten habe, es als neuen Artikel posten zu dürfen, damit es nicht in den Kommentaren verloren geht.

Reise

Ich bin aufgebrochen, eine Reise zu unternehmen.
Als ich die erst vor wenigen Tagen zurückgelassenen Häuser wiedersehe,
kommt mich ein Gefühl der Fremde an.

Der Geschmack von Winter ist bereits fühlbar in nebliger Luft,
Bäume ungewohnt kahl.

Schneidende Kälte wird noch das anhaftendste Alte forttragen,
vorüberziehender Schnee schützt das im Verborgenen Wachsende,
bevor im Frühling die Erde es ins Licht entlässt.

Gestern noch dachte ich, dem Ankommen ferner zu sein, als je,
heute weiß ich, dass jeder Schritt ein Ankommen ist.

Aufgang

Steigendes Licht prägt Tagen voller Anfang
ahnungsvoll von Abschied bebende Schatten ein.
Im Beginn in mir, dort wo Verbindung ich gesucht –

nächtelang unausgesprochener Fragen Widerhall
in die Stille tastend mir selbst entfernt –

dort, wo Verbindung ich wähnte, fand
zum Kreis geschlossen ich,
verlorenen Weg, mich.