Ein Morgen

Hier draußen fällt es mir leicht zeitig aufzustehen. In der Dämmerung gehe ich hinaus auf die Terrasse, barfuß, es ist kühl an diesem Oktobermorgen, Nebel steht über der Wiese und vor der nächsten Kuppe, die Häuser an der Straße sind noch ebenso schemenhaft zu erkennen, wie die Bahn, die dann und wann auf dem einspurigen Gleis vorüber fährt.

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Reykjavík

19. August

Unseren ersten Ausflug nach Reykjavík am Anfang unserer Reise habe ich Euch mangels Fotos noch unterschlagen müssen. Nachdem wir aber am Ende unserer Reise wieder in der Nähe der Hauptstadt angekommen waren, haben wir uns noch einen weiteren Tag als Touristen gegönnt. Um das Versäumte nachzuholen, habe ich dieses Mal auch den Fotoapparat mitgenommen, so dass ich diesen Ausflug auch mit Bildern mit Euch teilen kann.
Schon von weitem grüßt die Hallgrímskirkja den nach Reykjavík Reisenden. Anders als in anderen Hauptstädten findet man aber trotzdem an diesem zentralen Platz problemlos einen Parkplatz. Direkt vor der Kirche steht das Denkmal für Leif Erikson, eine wunderbare Einstimmung auf den Besuch der Hauptstadt.

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Wunsch

Lass mich sehen mit Deinen Augen das Meer,
auf einer Klippe über Sturm umtoster See den Wind
in Deinen Haaren fühlen und greifen mit Deinen Händen,
sehen, wie Horizont und Himmel verschmelzen.

Lass mich mit Deinen Augen blicken hinab in die Welt,
lass mich im Tal, näher dem Herzen der Erde wurzelnd,
mit Deiner Haut spüren die Schwere und Wärme
des mütterlichen Schoßes und weitere Heimat beziehen.

Lass mich das Vergehen, das Erlöschen der Zeit spüren
im Schlagen Deines Herzens, sein Dein schlagendes Herz,
mit Deinen Augen, in Deinen Augen erblicken die Sterne
zum ersten Mal und Welt Wirklichkeit werden sehen.

So möchte ich Dich fühlen, sein in Dir.

Ich möchte fühlen ich bin

Ich möchte stehen am Meer,
auf einer Klippe über Sturm umtoster See
und schauen, wie Himmel mit Horizont sich vermählt.

Ich möchte streifen durch einen Wald,
zwischen Bäumen wie Säulen eines Doms,
und spüren, wie Zeit Ewigkeit gebiert.

Ich möchte erklimmen einen Berg,
mir Hände und Füße stoßen am harten Fels,
näher dem Himmel, erkennen die Welt.

Ich möchte gehen hinab ins Tal, barfuß,
näher fühlen Schwere und Wärme mütterlichen Schoßes,
ausgestreckt liegen, wurzeln in der Erde, blicken himmelwärts.

Doch sein will ich am Meer:
umgeben von Horizont fühlen –
ich bin.