Mondscheingassen

gezwängt in enge Häuserzeilen,
die nächtliche Stille von Schritten
durchhallt, regennass trüber Glanz

von der Bühne flackernder Schein
unbemerkt in verlassenem Parkett,
Lächeln an kaltem Glas kondensiert.

Schritte, wie Atemhauch flüchtig,
verhallen in unberührter Nacht,
ungehört in Mondscheingassen.

Foto: © streiflichter

Wunder

Am Abgrund entlang,
durch zwei Unmöglichkeiten tanzen,
entwurzelt anderen Halt finden.

Geworfen in lichtes Blau
umkreisen Sonnenmond, ich,
Erde, sich.

Diese Zeilen kamen mir gestern morgen in den Sinn, an meinem Platz sitzend, den umgestürzten Baum und die Vögel am Himmel betrachtend. Mir fiel auf, dass die Sonne ziemlich genau dort stand, wo am Abend zuvor der Mond zu sehen gewesen war.