Abschied

Musik entrang sich deiner schönen Seele,
die noch ganz im Dasein war,
ganz im Hiersein geborgen sich wähnte,
noch ganz zum Bleiben gestimmt.

Doch schon ziehen die Himmel mächtige
Fahnen auf und schwarzer Flor umwölkt
deine Stirn, du warst fast noch im Bleiben:

als leise bereits deine Musik verklang.

Foto: © streiflichter

Wunsch

Lass mich sehen mit Deinen Augen das Meer,
auf einer Klippe über Sturm umtoster See den Wind
in Deinen Haaren fühlen und greifen mit Deinen Händen,
sehen, wie Horizont und Himmel verschmelzen.

Lass mich mit Deinen Augen blicken hinab in die Welt,
lass mich im Tal, näher dem Herzen der Erde wurzelnd,
mit Deiner Haut spüren die Schwere und Wärme
des mütterlichen Schoßes und weitere Heimat beziehen.

Lass mich das Vergehen, das Erlöschen der Zeit spüren
im Schlagen Deines Herzens, sein Dein schlagendes Herz,
mit Deinen Augen, in Deinen Augen erblicken die Sterne
zum ersten Mal und Welt Wirklichkeit werden sehen.

So möchte ich Dich fühlen, sein in Dir.