Später, am selben Abend

Wie ist Jens hierhergekommen? Nicht warum, das leuchtet ein, unmittelbar, unzweifelhaft, doch das Wie, das Wie ist die Frage, die ich mir stelle. Weniger wegen Jens, doch vielleicht machte es mir Mut zu wissen, wie ihm das gelang, was mich so ratlos macht.

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Ein Abend

Seit dem frühen Morgen, jedenfalls seit es hell wurde – so hell es geworden ist – trieb der Wind Wolken über das Meer, grimmige Heerscharen, die unaufhörlich gegen den Tag anstürmten.
Das Land gleicht dem Meer, in Wellen rollen die Felder und Weiden von Horizont zu Horizont, auf Hügeln stehen vereinzelte Bauernhöfe, wie Fischerboote auf dem Meer zerstreut, umgeben von windschief gebeugten Bäumen, wie gefrorener Gischt, als sei das Land der Zeit beraubter Raum.

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Liebe ist, ein Gastbeitrag von Karfunkelfee

Liebe ist auch
an den anderen zu denken
wenn man nicht an gemeinsamen Feuern sitzen kann
die Oberflächenprägungen unterschiedlicher nicht sein könnten
das Licht der Länder wechselt
die Wege ungekreuzt in nicht gemeinsame Weiten führen
und die Herbststürme wehn
um keine gemeinsame Zeit

© Karfunkelfee

Als Kommentar zu meinem Post Liebe ist hat Karfunkelfee ein eigenes Gedicht geschrieben. Es gefällt mir so gut, dass ich sie gebeten habe, es als neuen Artikel posten zu dürfen, damit es nicht in den Kommentaren verloren geht.

Wunsch

Lass mich sehen mit Deinen Augen das Meer,
auf einer Klippe über Sturm umtoster See den Wind
in Deinen Haaren fühlen und greifen mit Deinen Händen,
sehen, wie Horizont und Himmel verschmelzen.

Lass mich mit Deinen Augen blicken hinab in die Welt,
lass mich im Tal, näher dem Herzen der Erde wurzelnd,
mit Deiner Haut spüren die Schwere und Wärme
des mütterlichen Schoßes und weitere Heimat beziehen.

Lass mich das Vergehen, das Erlöschen der Zeit spüren
im Schlagen Deines Herzens, sein Dein schlagendes Herz,
mit Deinen Augen, in Deinen Augen erblicken die Sterne
zum ersten Mal und Welt Wirklichkeit werden sehen.

So möchte ich Dich fühlen, sein in Dir.