Abendstimmung

Aus den Himmeln fällt Stille über die Weiten,
verstummender Wind lässt aus verblassten
Farben Nebel steigen,
offener spannt sich der Geist,
dessen Gedanken schweigen,
weiter, als des Tages Augen ihn trugen,
über den die Feen sanfte Schwingen breiten.

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Gerade heute Abend auf einer Bahnfahrt in den Abend und einen tollen Sonnenuntergang kamen mir ganz unverhofft diese Zeilen in den Sinn. Danke dafür und schöne Grüße!

Ein Abend

Seit dem frühen Morgen, jedenfalls seit es hell wurde – so hell es geworden ist – trieb der Wind Wolken über das Meer, grimmige Heerscharen, die unaufhörlich gegen den Tag anstürmten.
Das Land gleicht dem Meer, in Wellen rollen die Felder und Weiden von Horizont zu Horizont, auf Hügeln stehen vereinzelte Bauernhöfe, wie Fischerboote auf dem Meer zerstreut, umgeben von windschief gebeugten Bäumen, wie gefrorener Gischt, als sei das Land der Zeit beraubter Raum.

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Windesrauschen

Traum
Streichle, umfange mich mit Deiner Stimme,
Vorbote den Schwingen meiner Fantasie,
die mich zu neuen Ufern tragen,
in den Hafen Deiner Umarmungen.

Wunsch
Deine Wunden lass mich mit Küssen bedecken,
Heilung pflanzen in die Abgründe Deiner Seele,

Ahnung
bevor wir uns den Gifttrank mischen, Bitternis
trinken aus dem Kelch zerbrochener Liebe.

Szene
Geliebter, sag, hörst Du die Lerche nicht?
Mich dünkt es war der Wind nur,
leis‘ die Nacht liebkost, mein Herz.

Frage
wohin trägt er Träume,
wann trocknet er Tränen,
der Wind –

Herbstlaub

Februar 2012

Der Fluss

„Meister, warum verlassen wir das Haus? Lehrt Ihr mich heute nichts?“

Doch der Meister hat die Schwelle schon hinter sich gelassen und so schließt sich der Schüler den unbeirrten Schritten seines Lehrers an.

„Seht Ihr nicht die dunklen Wolken, Meister? Warum haben wir das Haus verlassen?“ Doch ohne sich umzusehen, folgt der Meister weiter dem gewundenen Pfad hinunter zum Fluss. Zweifelnd folgt der Schüler.

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